Answer
Stähle mit hohem Kohlenstoffgehalt wie SAE 1070 sind beim Säurebeizen oder Galvanisieren äußerst anfällig für Wasserstoffversprödung. Atomarer Wasserstoff wandert in die Korngrenzen und verursacht Sprödbruch bei Spannungen deutlich unterhalb der Streckgrenze. Für Wellenfedern, die ein hohes Oberflächen-Volumen-Verhältnis aufweisen und in Arbeitshöhe unter ständiger Spannung stehen, ist das fatal. Um dies zu mildern, müssen die Federn innerhalb von 1 bis 4 Stunden nach dem Plattieren bei 190 bis 220 °C mindestens 8 bis 24 Stunden lang gebacken werden, um den Wasserstoff auszutreiben. Andernfalls kann es bei Fahrzeugbremssystemen zu einem plötzlichen, katastrophalen Komponentenausfall kommen.