Answer
Der primäre Fehlermechanismus ist die Wasserstoffversprödung (HE). Beim Galvanisieren mit Zink entsteht an der Kathode atomarer Wasserstoff, der in das hochfeste Kohlenstoffstahlgitter (z. B. SAE 1070/1090) diffundiert. Da es sich bei Wellenfedern um hochbeanspruchte Komponenten handelt, führt die Anwesenheit von Wasserstoff an den Korngrenzen zu unterkritischem Risswachstum und plötzlichem Sprödbruch unter statischen Belastungen deutlich unterhalb der Streckgrenze. Um dies zu mildern, muss innerhalb von 4 Stunden nach dem Galvanisieren ein obligatorischer Entsprödungs-Backprozess (typischerweise 375^{\circ}F \pm 25^{\circ}F$ für mindestens 3–8 Stunden) durchgeführt werden. Andernfalls kommt es zu einem „verzögerten Bruch“, bei dem die Feder nach dem Einbau intakt erscheint, aber innerhalb von Stunden oder Tagen nach dem Betrieb katastrophal versagt.