Answer
Beim Austempering handelt es sich um einen Wärmebehandlungsprozess, der zu einer Bainit-Mikrostruktur führt, während beim Martempering gehärteter Martensit entsteht. Für Spiralsicherungsringe, die dünn und anfällig für Verformungen sind, bietet Austempering mehrere Vorteile: (1) Reduzierte Verformung, da die Umwandlung bei einer konstanten Temperatur über dem Martensit-Startpunkt ($M_s$) erfolgt. (2) Erhöhte Zähigkeit und Widerstand beim Übergang von duktil zu spröde bei einer bestimmten Härte (typischerweise HRC 45–52). (3) Überlegene Ermüdungslebensdauer. Da Sicherungsringe beim Einbau expandiert/kontrahiert werden muss, verhindert die höhere Duktilität der bainitischen Struktur eine Rissbildung während des Montageprozesses. Warmhärten ist zwar bei größeren Querschnitten wirksam, hinterlässt jedoch oft Eigenspannungen, die zu „Abschreckrissen“ in der dünnen, mehrwindigen Geometrie von Spiralringen führen können.