Answer
Die Ringscherkapazität $P_r$ wird durch die Querschnittsfläche des Rings bestimmt, die geschert werden muss, damit die Baugruppe axial versagen kann. $P_r = \frac{\pi \cdot D \cdot t \cdot S_s}{S_f}$, wobei $t$ die Ringdicke und $S_s$ die Scherfestigkeit des Ringmaterials ist ($S_s \ca. 0,6 S_u$). In den meisten technischen Szenarien, in denen hochfeste Legierungen wie 302 Stainless oder 17-7PH verwendet werden, übersteigt $P_r$ die Nutkapazität $P_g$ deutlich. Der konstruktive Engpass ist daher fast immer die Rillenverformung. Nur in Fällen mit sehr dünnen Ringen ($t < 0,020$ Zoll) und Gehäusen aus hochfestem Werkzeugstahl wird Ringscherung zur primären Versagensart.