Answer
Durch das herkömmliche Abschrecken und Anlassen von kohlenstoffreichem Stahl in Öl entsteht eine martensitische Mikrostruktur, die besonders beim Galvanisieren sehr anfällig für Wasserstoffversprödung ist. Beim Austempern erfolgt eine isotherme Umwandlung in Bainit. Die resultierende untere Bainitstruktur bietet eine hervorragende Kombination aus Duktilität und Zähigkeit bei hohen Härtegraden (HRC 45–50). Da Bainit weniger empfindlich auf den interstitiellen Wasserstoffdruck reagiert, der einen „verzögerten Bruch“ verursacht, weist austemperiertes Wellenfedern eine viel geringere Ausfallrate bei Anwendungen auf, bei denen Wasserstoff während Säurereinigungs- oder Verzinkungsprozessen eingeführt wird. Allerdings bleibt ein Nachheizen (z. B. 190 °C für 4–24 Stunden) zwingend erforderlich.