Answer
Bei der Materialauswahl ist ein Gleichgewicht zwischen Umweltkorrosion und mechanischen Belastungsgrenzen erforderlich.
Kohlenstoffstahl (SAE 1070-1090):
- Verwendung: Standard-Industriebaugruppen mit Öl- oder Fettschutz.
- Kompromiss: Extrem hohe Streckgrenze und Schubkapazität. In feuchter oder chemischer Umgebung anfällig für schnelle Oxidation und Rost.
Edelstahl 316:
- Verwendung: Marine, chemische Verarbeitung, medizinische und Hochtemperaturumgebungen.
- Chemische Beständigkeit: Der erhöhte Nickelgehalt und der Zusatz von Molybdän (2–3 %) sorgen für eine hohe Beständigkeit gegen Chloridlochfraß, Spaltkorrosion und organische Säuren.
- Festigkeitskompromiss: Edelstahl 316 ist nicht durch Wärmebehandlung härtbar (im Gegensatz zu 17-7PH) und beruht für seine mechanische Festigkeit ausschließlich auf der Kaltumformung. Es hat eine deutlich geringere Streckgrenze als Kohlenstoffstahl (ungefähr 35–45 % geringere Schubkapazität), was bedeutet, dass ein dickerer Ring oder eine tiefere Nut entworfen werden muss, um gleiche Sicherheitsmargen zu erreichen.