Answer
Das Aufwickeln eines Spiralrings erfordert eine erhebliche Kaltumformung, die zu hohen Zugeigenspannungen am Außendurchmesser und Druckspannungen am Innendurchmesser führt. Ohne Spannungsarmglühen (typischerweise bei 350–400 °C für Kohlenstoffstahl) können diese Restspannungen im Laufe der Zeit zu „Rückfederung“ oder Dimensionsinstabilität führen. Noch wichtiger ist, dass Restzugspannungen an der Oberfläche die Ermüdungsschwelle deutlich senken und das Risiko von Spannungsrisskorrosion erhöhen. Durch Spannungsarmglühen wird der Ring „stabilisiert“ und sichergestellt, dass die Einbauspannung und der Durchmesser während der Lebensdauer des Bauteils innerhalb der Toleranz bleiben.